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Guter Kaffee. Fair und Bio?


Kaffee ist ein weit gereistes "Luxusprodukt" und gleichzeitig für viele Menschen ein alltägliches Konsumgut. Das ist in sich schon ein Widerspruch. Dennoch ist der Wunsch da, auch bei der täglichen Tasse Kaffee das eigene Konsumverhalten zu reflektieren. Die Frage nach Bio und nach "Fair Trade" ist da verständlicherweise oft an erster Stelle, wenn es um die Wahl der Kaffeebohnen geht. Tryst Kaffee ist mit keinem dieser Siegel geschmückt und das hat auch seine Gründe, über die wir euch gerne aufklären möchten.




Fair Trade

Kaffee wird, wie viele andere Lebensmittel auch, an der Rohstoffbörse gehandelt und unterliegt damit Spekulationen und einer entkoppelten Marktlogik. Die Preise richten sich nicht nach den tatsächlichen Produktionskosten und schon gar nicht nach der Qualität. Der Weltmarktpreis für Kaffee schwankt und liegt aktuell bei 1,07€/Kilo. Aufgrund der Komplexität des Kaffeeanbaus ist es nahezu unmöglich, zu diesem Preis halbwegs guten Kaffee zu produzieren, geschweige denn, zu fairen Bedingungen. "Fair Trade" möchte dem etwas entgegenstellen, doch was bedeutet das? Die Idee hinter Fair Trade ist, dass die Produzenten einen Aufpreis auf den aktuellen Weltmarktpreis erhalten, der durch die Konsumenten bezahlt bezahlt wird. Das bekannte Fair Trade Siegel der "FLO" (Fairtrade Label Organization) setzt etwa einen Mindestpreis voraus, der je nach Land etwa doppelt so hoch ist, wie der aktuelle Weltmarktpreis (die genaue Kalkulation ist komplex und wird von der FLO nicht transparent gemacht).

Ein entsprechendes Zertifikat soll die Konsumenten darauf hinweisen und letztendlich den höheren Preis rechtfertigen. Leider ist der noble Gedanke in letzter Zeit häufig in die Kritik geraten. Hinter den Zertifizierungsstellen (wie der FLO) verbergen sich meist privatwirtschaftliche Unternehmen, die selbst mit der Vergabe der Siegel Geld verdienen, denn Farmer, die ihren Kaffee als "Fair Trade" verkaufen möchten, erhalten zwar etwas höhere Preise für ihren Kaffee, bezahlen auf der anderen Seite jedoch auch Geld für die Zertifizierung. Den größten Mehrwert von Fairtrade Siegeln haben eher die Röstereien, Händler und nicht zuletzt die Zertifizierungstellen. Nur etwa 12% des höheren Endverkaufspreises kommen überhaupt bei den Farmern an, wie eine holländische Studie herausgefunden hat. Was mit dem Geld der Zertifizierungskosten geschieht, macht die FLO auch nicht transparent.

Dazu kommt ein weiteres Problem: Nahezu jede Kaffeefarm hat bessere und schlechtere Qualitäten. Während die Farmer guten Kaffee zu höheren Preisen verkaufen können, nutzen sie für die schlechteren Qualitäten oft Siegel, wie das Fair Trade Siegel, um bessere Preise zu erzielen. Das ist verständlich, sollte einem als Konsument*in aber auch bewusst sein.

Sämtliche Rohkaffees, die bei Tryst geröstet werden, liegen beim Einkauf über dem Fair Trade Preis der FLO. Die höheren Preise bekommen die Farmer, da sie sehr gute Qualitäten produzieren, was für alle Seiten von Vorteil ist. Fair Trade Siegel werden damit überflüssig, auch wenn einige Kund*innen noch immer danach fragen.

Beim Einkauf der Rohkaffees achten wir auf Transparenz und kaufen ausschließlich bei Händlern mit direkten Beziehungen in den Ursprung, die sich das Thema Nachhaltigkeit und Fairness nicht nur auf die Fahnen schreiben, sondern auch umsetzen. Warum wir auf diese vertrauen, könnt ihr zum Beispiel hier selbst nachlesen.


Bio

Auch bei Bio ist das Thema Zertifizierungen und Siegel komplexer als man meint. Die Auflagen an die gesamte Wertschöpfungskette von Bio zertifiziertem Kaffee sind hoch. Das ist grundsätzlich natürlich gut. Allerdings sind auch hier die Kosten für die Zertifizierung hoch, insbesondere für die Farmen.

Im Bereich des Spezialitätenkaffees sind ein Großteil der Produzenten Kleinstbetriebe, die aufgrund ihres "nicht industriellen" Anbaus ohnehin auf künstliche Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichten können. Kleine Anbauflächen mit Mischkulturen und der Koffein als natürlicher Abwehrstoff der Pflanze machen dies möglich. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist darüber hinaus kostspielig, ein weiterer Grund, warum die meisten Farmer darauf verzichten.


Der Großteil der Spezialitätenkaffees ist daher de facto biologisch angebaut aber eben nicht zertifiziert.

Damit ein Bio Siegel die Kaffeeverpackung schmückt, müssen außerdem alle Punkte der Verarbeitungskette zertifiziert werden, also auch das Lager, die Röster, Mühlen etc. Für Tryst ist dies momentan noch nicht realisierbar.


Wir wollen die Siegel hier auch nicht durch den Kakao ziehen. Natürlich ist das Fairtrade Siegel ein guter Ansatz und war mit Sicherheit ein Initiator, Konsument*innen zu einem bewussteren Konsum anzuregen. Bei Tryst vertrauen wir aufgrund der beschriebenen Kritikpunkte jedoch auf direkten Handel und eine Kooperation mit verantwortungsbewussten und transparenten Händlern.

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